Veranstaltungsreihe: Antisemitismus und Krise http://antisemitismus.blogsport.de Ein weiteres tolles WordPress Blog Thu, 06 May 2010 23:54:13 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 20.05.2010: Gerhard Scheit „Der Wahn vom Weltsouverän“ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/05/07/20-05-2010-gerhard-scheit-der-wahn-vom-weltsouveraen/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/05/07/20-05-2010-gerhard-scheit-der-wahn-vom-weltsouveraen/#comments Thu, 06 May 2010 23:49:07 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/05/07/20-05-2010-gerhard-scheit-der-wahn-vom-weltsouveraen/ 19 Uhr Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, Haus 9, Raum 205

Der Weltsouverän ist das Gegenteil jener versöhnten Vielfalt, die allein ein menschenwürdiger Zustand wäre (Adorno); das Gegenteil der freien Assoziation der Individuen zur staaten- und klassenlosen Gesellschaft. Seine Intention ist es, den westlichen Begriff der Souveränität ebenso zu unterminieren wie die Kritik der politischen Ökonomie zu ersetzen, also Hobbes`Leviathan und Marx`Kapital mit kommunikativer Vernunft und Koran zu widerlegen. Die Gesellschaft, die auseinander bricht in diffuse barbarische Vielheit, kann sich aber global governance, Weltinnenpolitik oder Umma nur dann als politische Lösung vormachen, wenn sie einen gemeinsamen Feind halluziniert, der bereits heimlich die Welt beherrsche. Der Weltsouverän entpuppt sich zuletzt als der positive Ausdruck des schlimmsten antikapitalistischen Wahns: der Weltverschwörung des Judentums.

Ein Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Antisemitismus und Krise, organisiert von der gruppe disparat und der Emanzipativen und Antifaschistischen gruppe [EAG].

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Dokumentation der Veranstaltungen http://antisemitismus.blogsport.de/2010/04/02/dokumentation-der-veranstaltungen/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/04/02/dokumentation-der-veranstaltungen/#comments Fri, 02 Apr 2010 11:18:16 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/04/02/dokumentation-der-veranstaltungen/ Die Audio-Mitschnitte der Veranstaltungen sind inzwischen auf der Webseite der EAG erscheinen und können dort angehört und runtergeladen werden.

Sobald die letzte Veranstaltung der Reihe – der Vortrag von Gerhard Scheit – feststeht, wird er natürlich an dieser Stelle beworben.

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18.03.2010 – Tanja Kinzel http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/18-03-2010-tanja-kinzel/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/18-03-2010-tanja-kinzel/#comments Wed, 10 Mar 2010 00:02:04 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/18-03-2010-tanja-kinzel/ Sexismus und Antisemitismus
19 Uhr – K9 (Kinzigstr.9, 10247 Berlin)

Sexismus, Rassismus und Antisemitismus sind konstitutiv mit der Durchsetzung der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft verbunden. Grundlagen dieser Einstellungen lassen sich historisch an der Entwicklung und Beantwortung der “Frauenfrage” und der “Judenfrage” nachvollziehen: In antisemitischen Stereotypen verschmelzen frauenfeindliche Sexualfantasien mit rassistischen Bildern. Im Vortrag geht es um die historischen Entwicklungen und Verschränkungen von Geschlechtsbildern und antisemitischen Vorstellungen – und die Frage, inwiefern diese Bilder heute noch aktuell sind.

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11. März 2010 – Luise Schirmer http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/14-03-luise-schirmer/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/14-03-luise-schirmer/#comments Wed, 10 Mar 2010 00:01:05 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/03/10/14-03-luise-schirmer/ Antisemitismus in der DDR
19 Uhr – Projektraum Neukölln (Hermannstr. 48, 12049 Berlin)

Einem von rechter Seite stark besetzten Thema soll eine linke Perspektive entgegengesetzt werden, die einen differenzierten Blick auf die diversen Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Politik der SED, aber auch in der DDR-Bevölkerung ermöglicht.

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Veranstaltungsbericht: Martin Dornis im Subversiv http://antisemitismus.blogsport.de/2010/02/06/veranstaltungsbericht-martin-dornis-im-subversiv/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/02/06/veranstaltungsbericht-martin-dornis-im-subversiv/#comments Sat, 06 Feb 2010 18:05:36 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/02/06/veranstaltungsbericht-martin-dornis-im-subversiv/ An dieser Stelle sollen in Zukunft kurze Berichte über die einzelnen Vorträge und besonders interessante Diskussionsverläufe nachlesbar sein. Wir hoffen, allen die keine Zeit hatten bei der Veranstaltung vorbei zu schauen, damit zumindest einen Eindruck von dem Abend vermitteln zu können. Die kompletten Vorträge werden später hier als Soundbeträge erscheinen.

Veranstaltung am 04.02, mit Martin Dornis aus Leipzig im Subversiv

Die erste Abendveranstaltung im Rahmen der Reihe „Antisemitismus und Krise“ war mit 40 Gästen sehr gut besucht.
Der frei referierte Vortrag „Möglichkeit, Wirklichkeit und Permanenz der Krise – Von der gewaltförmigen Vergleichung zum Massenwahn“ dauerte ca. eine Stunde.
Die ausführliche Einführung in das Thema widmete sich der „aktuellen Krise 2008/09″. Der Referent stellte auf Grundlage der marxschen Grundkategorien dar, wie es zu einer „Überakkumulationskrise“ kommen kann und kritisierte die gängigen „individualistischen und privatistischen Deutungen“ der Krise als „verstellte Kritik“. Die Öffentlichkeit hatte schnell die „verantwortungslosen US-Banken“ als Hauptschuldige für die Krise ausgemacht. Als Ursache für die Krise werden dieser Logik folgend „konsumsüchtige Bürger“ und „Spekulanten“ benannt. Die verschiedenen Lösungsmodelle waren technokratischer und administrativer Natur (G-20 Treffen vereinbarte u.a. stärkere Kontrollen der Finanzmärkte) und sehen eine Stärkung des staatlichen Einflusses vor. Der Referent konstatierte eine gewisse Schnittmenge linker und bürgerlicher Lösungvorschläge, da alle Vorschläge eint konkrete, zwar unter gegensetzlichen Vorzeichen, Schuldige identifizieren zu können. Die Neoliberalen die sogenannten „Sozialschmarotzer“ die Linken die sogenannten „Spekulanten“.
Im weiteren Verlauf stellte Martin Dornis enen historischen Überblick materialistischer Krisentheorien vor.
Ausgangspunkt war erneut Karl Marx mit seiner Krisentheorie. Die Möglichkeit der Krise ist in der Warenförmigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse und dem Warentausch prinzipiell angelegt, und wird zur Wirklichkeit wenn sich das Kapital nicht mehr verwerten kann, so Marx. Er ging fälschlicher Weise davon aus, dass Krisen auch die Chance auf eine gesellschaftliche Umwälzung darstellen würden. Die Große Depression von 1873-79 widerlegte seine Hoffnung. Vielmehr etablierte sich in der Folgezeit ein „autoritärer Kapitalismus“, welcher einerseits durch die „Vermassung“ der Gesellschaft – es entstanden „proletarische autoritäre Massenverbände“ (Gewerkschaften) und große Kapitalvereinigungen – und die „Naturalisierung und Irrationalisierung“ der Gesellschaft gekennzeichnet war. Hiermit sind die – vor allem in Deutschland im Ende des 19.Jahrhunderts sich schnell gesamtgesellschaftlich etablierenden – Basisideologien des Kapitalismus gemeint. Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus als notwendig falsches Bewußtsein der kapitalistischen Gesellschaft sind in Abgrenzung zu der Ideologie der „liberalen Glücksversprechungen“ zu betrachten, welche wiederum in Abgrenzung zur vormodernen, knechthaftigen personalen Herrschaft davon ausgingen, dass die vermittelte Herrschaft und die Versachlichung der Produktionsverhältnisse im Kapitalismus, „die Herrschaft der Produktion“ Wohlstand und Glück für alle Menschen bringen würde. Die „Rückständigkeit Deutschlands“ bei der Etablierung der „liberalen Ideologie“ wurden am Ende des 19 Jahrhunderts in Zeiten des „autoritären Kapitalismus zum Vorteil Deutschlands gegenüber den anderen Nationen“, so der Referent.
Der letzte analytische Teil widmete sich der „Kritik der politichen Ökonomie des Nationalsozialismus“, welche die Deutsche Lösung der Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929 darstellt. Hierfür erläuterte Martin Dornis die Ansätze verschiedener Theoretiker wie Langerhans, Pollock, Neumann und Horkheimer. Ausgehend von Max Horkheimers Theorem der „Hypostasierung (Dauerzustand) der Krise“ im NS, schloss sich der Referent dem Verständnis des Frankfurter Instituts für Sozialforschung an, die ausgesprochene und praktische Vernichtung der Juden und Jüdinnen als gesellschaftlichen Zusammenhalt im NS, als ein „Produktionsverhältnis des Todes“ zu beschreiben. Nicht der Antisemitismus entspringe der Gesellschaft, sondern die nationalsozialistische Volksgemeinschaft erkläre sich aus dem Antisemitismus.
Perspektivisch formulierte Martin Dornis sehr verhaltene Schritte. Ihm erscheinen weder eine Affirmation des Liberalismus, noch eine Reform der bestehenden Verhätnisse für gangbare wege und eine Revolution als realitätsfern.
Er plädiert für die „eingreifende Kritik“, welche eine strikte Trennung von „theoretischer Kritik“ und „verstellter Praxis“ vorsieht. Außerdem müsse die Berücksichtigung der „deutschen Spezifk“ und seiner Adepten Weltweit Teil einer allgemeinen Kapitalismuskritik sein.

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04. März 2010 – Stephan Grigat http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/16/04032010-stephan-grigat/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/16/04032010-stephan-grigat/#comments Sat, 16 Jan 2010 14:28:18 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/16/04032010-stephan-grigat/ Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer Bedrohung für Israel
19 Uhr, Humboldt-Uni, Raum 1072 (Unter den Linden 6, 10099 Berlin)

Der Vortrag analysiert Geschichte und Gegenwart der iranischen Diktatur und setzt sich mit dem Verhältnis Europas, insbesondere Deutschlands und Österreichs, zum Iran auseinander. Betrachtet wird die innenpolitische Lage im Iran, der Terror der Teheraner Mullahs gegen die iranische Bevölkerung sowie das geheime Atomprogramm des Iran und die Vernichtungsdrohungen gegen Israel.

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26. Februar 2010 – Ljiljana Radonic http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/14/26022010-ljiljana-radonic/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/14/26022010-ljiljana-radonic/#comments Thu, 14 Jan 2010 13:17:25 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/14/26022010-ljiljana-radonic/ Einführung in die Antisemitismustheorie
19 Uhr – Tristeza (Pannierstr. 5, 12047 Berlin)

Pflegt man in der Wirtschaftskrise dem Finanzkapital die Schuld an der Misere zu geben, so ist die Trennung von „raffendem“ und „schaffenden“ Kapital nicht weit. Warum schon dieser Verfolgungswahn eine für den Antisemitismus charakteristische pathische Projektion ist, soll hier ebenso aufgezeigt werden, wie danach gefragt werden soll, warum verkürzte Kapitalismuskritik, Antizionismus und Antiamerikanismus zu einem „neuen Antisemitismus“ geführt haben, bei dem sich rechtsextreme, linke und islamistische Parolen plötzlich aufs Haar gleichen.

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4. Februar 2010 – Vortrag http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/13/4-februar-2010-vortrag/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/13/4-februar-2010-vortrag/#comments Wed, 13 Jan 2010 03:11:37 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/13/4-februar-2010-vortrag/ Martin Dornis
WIRKLICHKEIT UND PERMANENZ DER KRISE – VON DER GEWALTFÖRMIGEN VERGLEICHGUNG ZUM MASSENWAHN

19:00 Uhr – in den Räumen des Subversiv e.V. (Brunnenstraße 7, U-Bhf. Rosenthaler Platz)

Die aktuelle Finanzkrise ließ nicht nur Politikern und Ökonomen das Blut in den Adern stocken. Der krisenhafte und von Anbeginn ideologische Charakter der kapitalistischen Gesellschaft wird offenkundig. Unter Linken wird plötzlich wieder Marx gelesen. Man hat sogar von einer »Lesebewegung« gehört. Aber mit Marx ist nicht nur kein Staat, sondern schon gar keine Bewegung zu machen.
Es geht vielmehr um eine rücksichtslose Kritik der bestehenden Verhältnisse.
Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft: Die aktuelle Finanzkrise wird entweder hinsichtlich ihrer ideologischen Verarbeitung oder anhand der ökonomischen »Fakten« behandelt. Vor dem Hintergrund der Marxschen Wert- und Fetischkritik soll diese, auch in den meisten linkstheoretischen Analysen enthaltene Aufspaltung, in dem Vortrag von Martin Dornis problematisiert werden. Der Kapitalismus trage – so die These des Referenten – sowohl das Moment der Krise, als auch das der Ideologie, die sich in der Krise bis zum Massenmord zuspitzen kann, von Anbeginn in sich. Warum nicht der Kommunismus, sondern die nationalsozialistische mörderische Krisenlösung in der Logik der Warengesellschaft angelegt ist, soll begründet werden. Dornis wendet sich damit gegen jede geschichtsdeterministische oder sonstwie hoffnungsfrohe Vorstellung vom Sprung aus der Krise in die befreite Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag über grundlegende Zusammenhänge von kapitalistischer Gesellschaft, politisch-ökonomischer Krisen, Staat und ideologischer Verarbeitung diskutiert werden.
Was sagt die aktuelle Finanzkrise über die kapitalistische Gesellschaft?

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30. Januar 2010 – Workshop http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/12/30-november-2010-workshop/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/12/30-november-2010-workshop/#comments Tue, 12 Jan 2010 02:11:47 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/12/30-november-2010-workshop/ Micha Böhme:
PSYCHOANALYSE UND ANTISEMITISMUS

12:00-18:00 Uhr – JUP Pankow (Florastraße 84, Nähe S.Bhf Pankow & S-Bhf Wollankstraße)

Sigmund Freuds Bestimmung des bürgerlichen Individuums als Unterworfenes des eigenen Unbewussten ist ein Schlüssel zum Verständnis und zur Kritik des Antisemitismus. Eine Psychoanalyse des Antisemitismus begreift diesen als eine Folge der undurchschauten Psyche. Nicht nur der Weltenlauf, auch die eigene Seele bleibt unverstanden. Aus der Art, wie sich die Individuen psychisch begründen, resultieren die Mechanismen, die antisemitisches Denken provozieren. Heißt das, man ist gezwungen antisemitisch zu denken? Natürlich nicht, die kritische Beschäftigung mit Antisemitismus ist der erste Schritt gegen ihn vorzugehen.

Anmeldung unter: antisemitismus_und_krise@gmx.de

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Ankündigung http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/10/erster-eintrag/ http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/10/erster-eintrag/#comments Sun, 10 Jan 2010 00:59:58 +0000 Administrator Allgemein http://antisemitismus.blogsport.de/2010/01/10/erster-eintrag/ Wer sich die Frage „Was ist Antisemitismus?“ stellt, stößt unweigerlich auf die Bestimmung des Antisemitismus als ideologische und reaktionäre Welterklärung einer undurchsichtigen Gesellschaft. Der Antisemitismus nimmt die Welt als von fremden und bösen Mächten gelenkt war. Gemeinhin wird von Antisemitismus dann gesprochen, wenn Jüdinnen und Juden aufgrund ihrer Religion diskriminiert, verfolgt oder gar ermordet werden. Vor jeder antisemitischen Praxis von Diskriminierung und Verfolgung steht jedoch die antisemitische Ideologie, die entscheidend dafür ist, dass überhaupt erst „der Jude“ als Schuldiger ausgemacht wird. Zeigte sich der Antisemitismus im historischen Kontext des gesamten christlichen Abendlandes, seiner modernen Entwicklungen im 19. Jahrhundert bis hin zu Auschwitz als Ausdruck der Barbarei und dem Bruch einer gesamten Gesellschaftsform, macht er sich heute im Gesellschaftlich-Unbewussten erkennbar. In der kapitalistischen Gesellschaft entpuppt sich der Stereotyp, der Wahn (anti-)kapitalistischer Krisenbewältigung. Steht erst einmal die Misere vor der Tür, ist die konkrete Feindbestimmung die, die sich gegen das „gierige“ Finanzkapital richtet. Ausgeblendet wird dabei der Gesamtprozess des kapitalistischen Funktionszusammenhangs. Anstatt den Kapitalismus als Ganzes oder System zu kritisieren, wird hinter dem Kapitalismus eine bewusste Verschwörung und Machenschaft, die fremde Macht, herbei halluziniert. Doch nicht nur in der kapitalistischen Gesellschaft und seinen Krisen zeigt sich die Sparte des Antisemitismus. Es gilt zu analysieren, wo und wie sich der Antisemitismus im Gesellschaftlich-Unbewussten manifestiert hat.
Die Veranstaltungsreihe „Antisemitismus und Krise“ soll einige Aspekte des Antisemitismus offen legen und durch kritische Analyse diesem das Fundament entziehen.

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